Aktuelles

Generativität in der Psychoanalyse. Über das Gelingen und Scheitern von Lehranalysen.

 

Vortrag auf der 70. Jahrestagung der DGPT in Würzburg am 28.09.2019. Hotel Maritim, Salon Auwera, 14.30 Uhr

 

Die Generativität der Psychoanalyse ist untrennbar mit der Einrichtung der Lehranalyse verbunden. Dass ihr Gelingen oder Scheitern als entscheidend dafür angesehen wird, ob die Psychoanalyse weiterbestehen kann, hat dazu beigetragen, dass diese Thematik seit Jahrzehnten und bis in die jüngste Zeit hinein sehr kontrovers diskutiert wurde. Ich gehe von Anna Freuds Kritik an der Lehranalyse, aus weil sie die institutionellen Bedingungen thematisiert, die zu einigen der Probleme führen, die in der aktuellen Diskussion weiterhin bedeutsam sind. Dann wende mich der Frage zu, was wir eigentlich über Lehranalysen wissen. Im Anschluss daran benenne ich einige der Schwierigkeiten, die in Lehranalysen auftreten können und diskutiere die Frage ihres Gelingens und Scheiterns anhand von autobiographischen Berichten. Es geht mir darum, ein konkreteres Bild davon zu zeichnen, welchen Schwierigkeiten und Gefährdungen die Lehranalyse ausgesetzt ist und was sie dennoch oft zu leisten vermag.

 

 

Behandlungsfehler und Fehlerkultur in der psychoanalytischen Praxis.

 

Behandlungstechnisches Seminar an der Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie München e. V., Schwanthalerstrasse 106, 80339 München am 16.05. und 23.05.2019 , Bibliothek, 20.30 bis 22.00 Uhr

 


"Ich hätte gerne angenehme Bilder gemacht, aber es hat mich immer etwas daran gehindert" Trauma und Transformation im Werk von Boris Lurie.

 

Seminar bei der Frühjahrsakademie des PFM, Psychoanalytisches Forum München, am 03. April 2019, 16.00 bis 17.30 Uhr, in der Hochschule für Philosophie, Kaulbachstrasse 31a, 80539 München.

 

Vortrag mit Diskussion bei der DPG-AG München am 10. April 2019 um 20.10 Uhr in der Nervenklinik der Universität München, Nußbaumstrasse 7, 80336 München, Bibliothek, Gäste willkommen

 

Boris Lurie, 1924 in Leningrad geboren, ist einer der wenigen bildenden Künstler, die den Holocaust überlebt haben. Sein radikales Werk richtet sich gegen die gesellschaftliche Verdrängung des NS-Massenmordes und wirft darüber hinaus die Frage auf, wie die nationalsozialistischen Verbrechen in den Medien verbreitet wurden. Als Mitglied der NO!art Bewegung erteilt er aber auch dem kapitalistischen Kunstbetrieb eine entschiedene Absage. Mit seinen provozierenden Arbeiten wendet er sich gegen Machtmissbrauch, Einsatz von Gewalt, Konsumorientierung, sexualisierte Erniedrigung und Entmündigung. Dieser Vortrag führt in sein wenig bekanntes Werk ein und thematisiert, wie Boris Lurie seine Extremtraumatisierung mit seinen Bildern zu transformieren versucht. Diese Frage ist untrennbar damit verknüpft, welche Bedeutung uns dabei als Betrachtern zukommt und wie wir mit seinem offensiven künstlerischen Ausdruck umgehen.

 

 

Philosophie und - oder Psychoanalyse? Zum Gedenken an Alfred Schöpf.

 

Vortrag am Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Würzburg am Freitag, den 29.03.2019 um 18.00 Uhr, Eichhornstrasse 4, 97070 Würzburg

 

Philosophie und Psychoanalyse stehen seit Freuds Kritik am Philosophieren in einem besonderen Spannungsverhältnis zueinander. Die in der neuzeitlichen Bewusstseinsphilosophie vorherrschende Auffassung, sich nur vor dem „Gerichtshof der Vernunft“ rechtfertigen zu müssen und von psychologischen Voraussetzungen unabhängig zu sein, wird von Freud grundlegend in Frage gestellt. Obwohl sich die Psychoanalyse im Zuge der Kritik Freuds von der Philosophie als zu selbstbezogen und weltfremd abwendet, bleibt sie hinsichtlich ihrer historischen Grundlagen und ihrem Wissenschaftsverständnis auf sie angewiesen. Alfred Schöpf, Philosoph und Psychoanalytiker, hat die psychoanalytischen Kritik Freuds am Philosophieren nachvollzogen. Seiner frühen Darstellung der kritischen Argumentation Freuds wird hier seine spätere Untersuchung über die philosophischen Grundlagen der Psychoanalyse gegenübergestellt. Dabei zeigt sich, dass Philosophie und Psychoanalyse methodisch voneinander abhängig sind und auch inhaltlich aufeinander bezogen bleiben. Die wechselseitige kritische Befragung beider Disziplinen, lässt keine von beiden unverändert und erweist sich als gewinnbringend.